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diskuse
správce: Dr. Jan Jiroušek
téma: Memorandum über den Zustand der Slawistik in Deutschland
vytvořeno: 17. října 2005, 21:37
supervisor: Dr. Jan Jiroušek
skupina: veřejnost
počet příspěvků: 0

Memorandum

 

über den Zustand der Slawistik in Deutschland

 

Abbau der Slawistik, jetzt auch an der Humboldt-Universität. Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik ist gefragt. Geschichte, Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Slawistik. Slawistik als sogenanntes „kleines Fach“ – ein Widerspruch zur Realität der slawischen Länder. Auswirkungen der Studienreformen und Krise der Geisteswissenschaften treffen die Slawistik besonders hart. Slawistik braucht eine Lobby.

 

DIE SLAWISTIK BEFINDET SICH IM ABBAU. Das gilt nicht nur für die Slawistik in Deutschland. Auf dem 13. Internationalen Slawistenkongress in Ljubljana im August 2003 wurde eine offizielle Resolution zur „ernsten Situation“ der internationalen Slawistik herausgegeben. Es bestehe ein grotesker Widerspruch zwischen dem Ausbau der Europäischen Union durch Aufnahme slawischer Länder und dem Abbau der Slawistik. Das geht die Europäische Union und Deutschland als eines ihrer Mitgliedsländer an. Doch für Deutschland gibt es besondere Gründe, sich der Lage zu stellen.

 

EIN SYMPTOM DER LAGE DER DEUTSCHEN SLAWISTIK ist die Gründung der bundesweiten Initiative Osteuropastudierender im Jahr 2002 als Reaktion auf drohende Schließungen und Stellenabbau. Mittlerweile existieren unter ihrem Dach drei Regionalinitiativen, in Nordrhein-Westfalen, für die Region Rheinland-Pfalz-Hessen sowie Berlin-Brandenburg. Letztere veranstaltete im Februar 2005 zusammen mit dem Fachschaftsrat Slawistik und Hungarologie an der Humboldt-Universität in Berlin einen Diskussionsabend zum Thema „Gegenwart und Zukunft der Slawistik und Hungarologie in Berlin“. Die Studierenden waren in so großer Zahl gekommen, dass der Senatssaal sie kaum fassen konnte. Gekommen waren auch Botschafter und Botschaftsräte aus sieben slawischen Ländern und aus Ungarn, dagegen hatten bis auf eine Ausnahme alle geladenen deutschen Politiker wegen wichtigerer Termine abgesagt. Der Präsident der Humboldt-Universität ließ sich durch einen Vizepräsidenten vertreten, der gleich nach Verlesung seines Statements ebenfalls forteilte, so dass bei der Diskussion Slawisten und Botschaftsrepräsentanten unter sich blieben.

 

Anlass der Veranstaltung waren die Pläne der Hochschulleitung, bis 2009 Einschnitte in den Bestand der Slawistik in der Hauptstadt vorzunehmen. So wird der alteingesessene und renommierte Lehrstuhl für polnische Literatur und Kultur ab Frühjahr 2005 auf eine Juniorprofessur reduziert. Schließungen oder herabstufende Umwandlungen von Lehrstühlen gehören inzwischen zur Routine deutscher Hochschulpolitik, doch die slawischen Länder wollen sich damit offensichtlich nicht länger abfinden. Ihre empfindliche Reaktion hängt auch damit zusammen, dass im Jahre 2002 die Slawistik an der Freien Universität zu Berlin mit dem Versprechen geschlossen wurde, die Slawistik an der traditionsreichen Humboldt-Universität werde verstärkt.

 

Der Direktor des Berliner Instituts für Slawistik, Professor Dr. Wolfgang Gladrow, stellte bei der Eröffnung der Podiumsdiskussion klar, dass die Berliner Slawistik eine WISSENSCHAFTSPOLITISCHE FRAGE ist. Die Abwesenheit der Politiker bezeugt, dass hierüber die Meinungen auseinandergehen. Aus der Diskussion ging hervor, dass wirtschaftliche und außenpolitische Beziehungen zu den slawischen Ländern von deutscher Seite von Begriff und Einrichtung der Slawistik an den Hochschulen losgekoppelt werden. Vladimir V. Kotonov, der Botschafter der Russischen Föderation, brachte jedoch den Gerling-Konzern als Gegenbeispiel: Der Konzern habe versucht, ohne jede Kenntnis russischer Sprache und Kultur in Russland eine Filiale aufzubauen und sei auch aus diesem Kenntnismangel gescheitert. Von Seiten der Polnischen Botschaft, die durch den Botschafter Dr. Andrzej Byrt und den Botschaftsrat Dr. Jan Rydel vertreten war, wurde darauf hingewiesen, dass die Bundesrepublik den 1991 unterzeichneten Vertrag für wechselseitige Förderung von Sprache, Wissenschaft und Kultur des Nachbarn im eigenen Land nicht einhalte, während Polen um hundertprozentige Erfüllung bemüht sei. Entsprechendes kann man übrigens über den gleichartigen Vertrag zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland aus dem Jahre 1992 konstatieren. Es wurde auch klar, dass die Entschuldigung der deutschen Vertragspartner mit finanziellen Zwängen auf die Nachbarn, die mit weitaus größeren Geldnöten als die reiche Bundesrepublik zu kämpfen haben, nicht überzeugend wirkt. In der Tat handelt es sich um eine Sache der Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsplanung. Diese, so Dr. Rydel, müsse die kommenden zehn bis zwanzig Jahre ins Auge fassen und nicht nur die nächste Wahl.

 

Wenn die Lage der Slawistik eine Sache der Wissenschaftspolitik ist, dann ist auch nach dem Zustand dieser Politik zu fragen. Unlängst hat der ehemalige Parteivorsitzende der SPD, Dr. Hans-Jochen Vogel, Ferdinand Lassalles Verdikt aus der zweiten Verfassungsrede als „hoch aktuell“ bewertet: Jede politische Aktion beginne mit dem Aussprechen dessen, was ist, und jede Kleingeisterei beginne mit dem Bemänteln dessen, was ist. (Die Zeit, Nr. 7, 10. Februar 2005, S. 11) Das, was ist, steht freilich immer auch in der Kontinuität mit dem, was war und was sein wird.

 

WAS WAR, WAS IST UND WAS WIRD MIT DER DEUTSCHEN SLAWISTIK? Das, WAS WAR, lässt sich in zwei Phasen einteilen. Die erste umfasst die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1995. Am Ende des Krieges gab es auf dem Territorium der späteren Bundesrepublik gerade noch einen ordentlichen Lehrstuhl für Slawistik, an der Ludwig Maximilians Universität in München. Ab 1948 bis 1954 entstanden in der alten Bundesrepublik dreizehn weitere Lehrstühle, und bis 1995 war die Zahl bundesweit auf an die vierzig gestiegen, von denen allerdings nicht alle einem Slawistik-Studium dienten. (Diese und die folgenden statistischen Angaben sind nachzulesen im Bulletin der Deutschen Slavistik Organ des Verbandes der Hochschullehrer für Slavistik, Nr. 1-10/1995-2004, unter „Who’s where“ von Norbert Franz.) Die dennoch beeindruckende Zahl verdankte sich auch dem Ausbau der Slawistik in den Neuen Bundesländern. (In der ehemaligen DDR wurde die Russistik wegen des obligatorischen Russischunterrichts an den Schulen einseitig stark unterstützt, wohingegen die eigentliche Slawistik eher begrenzt war.) Für den forcierten Ausbau nach der Wiedervereinigung galten die vom Wissenschaftsrat 1992 herausgegebenen „Empfehlungen zu den Geisteswissenschaften in den Neuen Ländern“. Empfohlen wurden zwei volle, die drei Bereiche der Slawistik (Süd-, Ost- und Westslawistik) abdeckende Institute mit Standort in Leipzig und an der Humboldt-Universität; das slawistische Institut an der Freien Universität zu Berlin und die Slawistik-Standorte im gesamten Gebiet der fünf Neuen Länder sollten Profilschwerpunkte herausbilden. Als Mindestausstattung jedes Instituts länderweit galten zwei C4-Professuren und eine dritte, als Dozentur oder Gastprofessur zu definierende Stelle. Der Leitgrundsatz lautete: „Zur Vollständigkeit des geisteswissenschaftlichen Fächerspektrums an einer Universität gehört zweifellos die Slawistik in einer über die Sprach- und Literaturwissenschaft hinausgehenden Mindestausstattung.“ (Bulletin der Deutschen Slavistik Organ des Verbandes der Hochschullehrer für Slavistik, Nr. 4/1998, S. 25) Eine Annahme war, dass Bedarf und Nachfrage nach Slawisten sich in Zukunft erhöhen würden. Die erwähnten deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Verträge erscheinen in diesem Zusammenhang als Instrument der Weckung und Steuerung von Bedarf und Nachfrage, unter anderem auch durch die vorgesehene Einführung der jeweiligen Sprache des Nachbarlandes an den Schulen.

 

Bis 1995 wurden die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zügig umgesetzt, wenngleich die Einführung des Polnischen und Tschechischen an deutschen Schulen zu wünschen übrig ließ und lässt. Doch dann setzte eine Kehrtwende zur zweiten Phase ein: Vakante Stellen wurden erst nicht wiederbesetzt, dann eingezogen, die Zahl der studierbaren slawischen Sprachen reduziert, ganze Institute geschlossen: neben der Slawistik an der Freien Universität die Institute in Münster, Saarbrücken, Mannheim, Rostock, Bayreuth. Oder sie wurden umgewandelt in Service-Institute wie die traditionsreiche Slawistik in Frankfurt am Main. Von den 1995 bestehenden 139 Lehrstühlen bzw. Professuren wurden 36 abgebaut (27 %), hinzukommen die Streichungen beim akademischen Mittelbau und den Lektoraten slawischer Sprachen. Das, WAS IST, lässt sich jetzt so beschreiben: Jedes Institut, an dem eine Professur oder Assistentur vakant wird, muss mit Streichung rechnen. Das geht an die Substanz des Faches. Die „Mindestausstattung“ der drei Stellen auf professoraler Ebene ist in einer erschreckenden Zahl (21) auf zwei abgesunken, davon ist oft eine Stelle nur noch mit „vacat“ ausgewiesen, was in der Regel bedeutet, dass die Stelle bei nächster Gelegenheit wegfällt. Zehn Institute haben nur noch eine Professur.

 

Welche Faktoren außer den Streichungen sind relevant für das, WAS WIRD? Hier wirkt sich zum einen die vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft in Gang gebrachte Umstrukturierung der Studienfächer aus. Das für die Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften vorgesehene Bachelor-Studium mit nur noch sechs Studiensemestern bedeutet für die Slawistik, deren Studierende nur in äußerst geringem Ausmaß Kenntnisse des Russischen (noch weniger des Polnischen) von der Schule mitbringen, eine Beschränkung auf eine einzige anstelle der bisherigen zwei slawischen Sprachen. Wie derart ausgebildete Studierende den Sprung zum achtsemestrigen Master-Studium, das zwei slawische Sprachen und gediegene fachwissenschaftliche Qualifizierung verlangt, bewältigen sollen, bleibt fraglich. Da sich aus den Master-Studiengängen aber die zukünftigen Wissenschaftler rekrutieren müssen, ist für die Zukunft mit einem Mangel an qualifizierten Slawisten zu rechnen. Allerdings erhebt sich die Frage, für wen dies ein Mangel ist, denn die Studienreform und der Abbau der slawistischen Einrichtungen treffen aus planerischer Sicht darin zusammen, dass ein Bewusstsein des Mangels gar nicht aufkommen kann: Wenn keine Stellen da sind, besteht auch kein Nachwuchsbedarf.

 

Ein zweiter, für die Zukunft der Slawistik wirksamer Faktor ist die generelle Lage der Geisteswissenschaften in Deutschland. Die DFG hat ihre bedrohliche Lage inzwischen erkannt und mit einer „Förderinitiative Geisteswissenschaften“ reagiert, die im Jahre 2003 in Maria Laach in der Eifel eine Klausurtagung abhielt. Es ging unter anderem um die Fächer, die mit vergleichsweise kleinen Einheiten an den Hochschulen vertreten sind. Sie seien durch den praktizierten, rein inneruniversitären Vergleich, der sich an quantitativem Effizienzdenken orientiert, von Reduzierung oder Schließung bedroht. Nicht nur einzelne Standorte, sondern das ganze Fach könne von der Landkarte verschwinden. Als Gegenmaßnahme wurde gefordert, dass Entscheidungen über einzelne Wissenschaftsstandorte mit der nationalen Gesamtentwicklung des Faches rückgekoppelt werden müssten. Hochschulleitungen haben diesen ganzheitlichen Blick in unserer föderalen Bildungslandschaft in der Regel aber nicht. In Deutschland wird die Slawistik im Vergleich zu den fremdsprachlichen Philologien Romanistik und Anglistik als „kleines Fach“ behandelt, ihre Bedrohung zeichnet sich allerorten ab.

 

Doch die Definition selber als „kleines Fach“ ist nicht unpolitisch. Die Fragen nach dem WAS WAR, WAS IST und WAS WIRD SEIN lassen sich auf der Ebene der Begriffsdefinition noch einmal abbilden. Die Slawistik selber versteht sich als philologische Disziplin, die sich mit den etwa zwölf slawischen Sprachen, ihren oftmals 800-1000 Jahre zurückreichenden Literaturen und ihrer Kulturgeschichte beschäftigt. Die Sprecher der slawischen Sprachen (294 Millionen) übersteigen in Europa diejenigen der germanischen (200 Millionen) und romanischen (197 Millionen) Sprachen. Mit dem Beitritt Polens, der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik und Sloweniens sind an die 60 Millionen slawischer Muttersprachler zu EU-Bürgern geworden, weitere stehen in der Warteschleife. Die Ost-, Süd- und Westslawen auch jenseits der EU-Grenzen sind uns seit dem Zusammenbruch des „Ostblocks“ näher gerückt. In der „Präambel“ zum Konzept der deutschen Slawistik aus dem Jahr 2004 heißt es: „Aufgabe der deutschen Slawistik ist es, das Wissen über die slawischen Sprachen, Literaturen und Kulturen durch Forschung zu vermehren sowie in der Lehre und im öffentlichen Leben zu verbreiten. Sie ist die einzige Philologie im Fächerspektrum der Universität, die Ost- und Südosteuropa im Blick hat und damit die Hälfte des Kontinents beachtet.“ (Bulletin der Deutschen Slavistik Organ des Verbandes der Hochschullehrer für Slavistik, Nr. 10/2004, S. 23) Diese Selbstdefinition der Fachvertreter steht in Widerspruch zur Definition des Faches im inneruniversitären Diskurs, und das hat Auswirkungen auf die Praxis: Das als „kleines“ definierte Fach wird noch kleiner gemacht und ist mehr als andere geisteswissenschaftliche Fächer vom Verschwinden bedroht. In der Romanistik beispielsweise sind Schließungen und Streichungen in keinem vergleichbaren Ausmaß vorgenommen worden. Ein Wertbewusstsein wie für die Romanistik oder auch Anglistik gebührt aber auch der Slawistik.

 

Die aktuelle Rückkehr zur Definition des Faches als eines „kleinen“ steht in unguter Kontinuität mit unserer Geschichte im 20. Jahrhundert, die oftmals von Geringschätzung für die Slawen geprägt war. Ein Faktum, das die Geschichte der europäischen Slawistik insgesamt berührt, ist die Überführung des 1928 auf Anregung des tschechoslowakischen Präsidenten T. G. Masaryk gegründeten Slawischen Instituts der Tschechischen Akademie der Wissenschaft in Prag in die Reinhard Heydrich-Stiftung, was praktisch das Ende ihrer Existenz bedeutete (1944). Dieses Institut hatte internationale Ausstrahlung, auch durch die von ihm herausgebrachte Zeitschrift Germanoslavica, die sich unter anderem den deutsch-slawischen Beziehungen widmete. Prag war und ist ein eminenter Wissenschaftsstandort für die Bohemistik und die gesamte internationale Slawistik. Was Deutsche hier angerichtet haben, bleibt unvergessen. Dass jetzt, angesichts der Einschränkungen der einzig verbliebenen Slawistik der Hauptstadt Berlin, die Botschaften der slawischen Länder zu so deutlichem Protest angetreten sind, hängt auch mit der Vergangenheit und ihrer Nachwirkung bis heute zusammen.

 

Der deutschen Öffentlichkeit muss auch zu Bewusstsein gebracht werden, dass das, was mit der Slawistik in der deutschen Hochschullandschaft geschieht, eine Ausstrahlung ins westliche Ausland hat: Im Februar des Jahres 2004 hat die Leitung der Baseler Universität die Schließung der dortigen Slawistik vorgeschlagen. Damit wäre auch die Bohemistik gleich an zwei Universitäten ruiniert, weil die Baseler Bohemistik diejenige in Fribourg mitbetreut. Internationale Proteste konnten bisher zumindest eine Denkpause bei der Universitätsleitung erwirken. Das ungute deutsche Beispiel droht also Schule zu machen. Begriff und Sache der Slawistik können international IN ZUKUNFT verschwinden oder doch auf ein Substrat ähnlich demjenigen in unserer Vergangenheit zurückgebracht werden.

 

Die aktuelle Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen ist zweifellos ein wichtiger Verursachungsfaktor der Bedrängung der Slawistik. Doch dieser trifft nicht alle Fächer und Fakultäten gleichermaßen. Die Technischen Hochschulen dürfen die Master-Studenten in zehn Semestern ausbilden. Die Romanistik hält sich weitaus besser als die Slawistik, das geisteswissenschaftliche Fach Jura steht glänzend da: Die Bundesrepublik weist weltweit die höchste Dichte an Juristen auf. Von 1990 bis 2004 konnte sich die Zahl der Anwälte verdoppeln (MAZ, 08.03.2005, „Immer mehr Rechtsanwälte“, dpa). Symptomatisch für diese „Blüte“ ist das kleine Land Brandenburg, das zwei juristische Fakultäten hat (in Potsdam und an der Viadrina-Universität), während die anfänglich auf sechs Professuren geplante einzige Slawistik (Potsdam) inzwischen auf drei Professuren geschrumpft ist, von denen die dritte zur Diskussion steht. Offenkundig haben einige Fächer eine hervorragende Lobby.

 

EINE LOBBY DER EINSICHTIGEN BRAUCHT AUCH DIE DEUTSCHE SLAWISTIK! Auf der Ebene der Außenpolitik, der einzelnen politischen Abgeordneten und bei den Stiftungen der deutschen Wirtschaft zeichnet sich eine solche Lobby schon ab. Auch bei den Medien beginnt sich der Blick auf die slawischen Nachbarn zu wandeln. Es wird erkannt, dass nicht nur die historischen und kulturellen Errungenschaften unserer westeuropäischen, sondern auch die der slawischen Nachbarn eine Bereicherung bedeuten. Alte Vorurteile finden offensive Missachtung.

Was bisher fehlt, ist eine durchgreifende Wachrüttelung im Bildungs-, Schul- und Hochschulbereich. Hier müssten, dem Beispiel der deutsch-französischen Aussöhnung folgend, langfristige Programme zur Ausweitung von Jugendbegegnungen und universitärer Ausbildung in slawischen Sprachen, Literaturen und Kulturen durchgeführt werden. Auch die deutsch-französische Aussöhnung war ein langer Prozess, ehe die jetzigen Zahlen an Französischlernenden und Romanistikstudierenden erreicht wurden. Dieser lange Atem ist auch für die deutsch-slawische Aussöhnung nötig.

Der Abbau der Slawistik ist ein gegenläufiges Signal, weil damit in der Öffentlichkeit das alte Vorurteil von der vermeintlich geringeren Bedeutung osteuropäischer Kulturen gegenüber den romanischen und germanischen Kulturen Europas bestätigt wird.

Bildungseinrichtungen und Kultusministerien der Bundesländer sind gefragt – hier muss es zu einer beherzten Erfüllung der Nachbarschaftsverträge mit Polen und Tschechien sowie zur Einsicht in die befruchtenden Werte der russischen und anderen slawischen Kulturen kommen, um die wegweisenden Initiativen aus Politik, Wirtschaft und den Medien sowie unserer Studentenschaft zum Erfolg zu führen.

 

Adressen der ersten Empfäger:

Ludwig-Maximilians-Universität München

Institut für Theaterwissenschaft

Herrn Prof. Dr. H.-P. Bayerdörfer

Schellingstr. 9

80799 München

Adalbert Stifter Verein

Herrn Dr. Peter Becher

Hochstraße 8

81669 München

Berliner Morgenpost

Herrn Holger Berg

Axel-Springer-Str. 65

D - 10888 Berlin

TSCHECHISCHES ZENTRUM - CzechPoint

Frau Blanka Mouralová

Friedrichstr. 206, 10969 Berlin-Kreuzberg

 

Prof. Dr. Dieter Borchmeyer

Germanistisches Seminar der

Universität Heidelberg

Hauptstraße 207-209

69117 Heidelberg

 

Märkische Allgemeine Zeitung

Herrn Roger Boyes

Postfach 60 11 53

14411 Potsdam

Ministr kultury ČR

Pavel Dostál

Milady Horákové 139/220

160 41 Praha 6

Märkische Allgemeine Zeitung

Herrn Alexander Engels

Postfach 60 11 53

14411 Potsdam

Gernot Erler, MdB

Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion

Deutscher Bundestag

Platz der Republik

D-11011 Berlin

Auswärtiges Amt

Bundesaußenminister

Herrn Joschka Fischer

11013 Berlin

Herrn Dr. Bernhard Frenzel

Vorsitzender der Fachgruppe Slawische Sprachen des Dachverbandes Moderne Fremdsprachen

Dahlienweg 8

06198 Salzmünde

Adalbert Stifter Verein

Prof. Dr. h. C. Otto Herbert Hajek

Hochstraße 8

81669 München

PhDr. Pavel Janoušek CSc.

Ústav pro ceskou literaturu AV ČR

Na Florenci 3/1420

110 00  Praha 1

Tschechische Republik

Dr. Alice Jedličková, CSc.

Ústav pro ceskou literaturu AV ČR

Na Florenci 3/1420

110 00  Praha 1

Tschechische Republik

Dr. Tomaš Kafka

Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds / Česko-Německý Fond Budoucnosti

Na Kazance 634/7

CZ-171 00 Praha 7

Ivan Klíma

Nad lesem

CZ-147 00 Praha 4

Ministerpräsident

Roland Koch, MdL

Hessischer Landtag

Schlossplatz 1-3

65183 Wiesbaden

 

Bundespräsidialamt

Bundespräsident Dr. Horst Köhler

11010 Berlin

Pavel Kohout

Kohlmarkt 1

A-1010 Wien

Arnošt Lustig

Oldřichova 6

CZ-128 00 Praha 2

Franz Müntefering MdB

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Robert Bosch Stiftung GmbH

Dr. Joachim Rogall

Postfach 10 06 28

70005 Stuttgart

Dr. Walter Rzepka

Ackermann-Gemeinde

Heßstr. 26

80799 München

Herrn Otto Schily

Bundesminister des Innern

Dienstsitz Berlin

Alt-Moabit 101 D

10559 Berlin

Bundeskanzleramt

An den Bundeskanzler

Herrn Gerhard Schröder

Willy-Brandt Str.  1

10557 Berlin

Dr. Hermann Josef Schuster Guardini-Stiftung e. V.

Askanischer Platz 4

10963 Berlin

Prof. Dr. Gesine Schwan

Präsidentin der Europa-Universität Viadrina

Große Scharrnstraße 59

D-15230 Frankfurt (Oder)

Dr. Albert Spiegel

Ministerialdirektor

Auswärtiges Amt

Leiter der Kultur- und Bildungsarbeit

11013 Berlin

Wolfgang Thierse MdB

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Jürgen R. Thumann

Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V.

11053 Berlin

Ludvík Vaculík

Veletržní 21

CZ-170 00 Praha 7

Günter Verheugen

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Herbert Werner

Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds/ Česko-Německý Fond Budoucnosti

Na Kazance 634/7

CZ-171 00 Praha 7

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kennedyallee 40

D-53175 Bonn

VolkswagenStiftung

Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull

Kastanienallee 35

30519 Hannover

Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Herrn Dr. Michael Endres

Grüneburgweg 105

60323 Frankfurt am Main

Herrn Dr. Jan Hloušek

Generalkonsulat der Tschechischen Republik

Libellenstr. 1

80939 München

Frau Eva Kantůrková

Xaveriova 13

Praha 5

Tschechien

Prof. Dr. Michael Naumann

DIE ZEIT

20079 Hamburg

Klaus Klemm

DIE ZEIT

20079 Hamburg

Marcel Kirf

PNN

Potsdamer Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Postfach 60 12 61

14412 Potsdam

Ottmar Schreiner MdB

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Georg-August-Universität

Göttingen

Philosophisches Seminar

Humboldtallee 19 (Eingang A)

D-37073 Göttingen

Lída Rakušanová

Deníky Bohemia-Moravia

Přátelství 986

104 00 Praha 10 - Uhříněves

Tschechische Republik

Staatsministerin

Dr. Christina Weiss

Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung Geschäftsstelle

Friedrich-Ebert-Allee 38

53113 Bonn

Botschaft der Tschechischen

Boris Lazar

Republik in Berlin

Wilhelmstrasse 44

10 117 Berlin

Botschaft Slowakei

Ivan Korèok

Pariser Strasse 44

10707 Berlin

Botschaft Slowenien

Ivo Vajgl

Hausvogteiplatz 3-4

10117 Berlin

Botschaft Russische Föderation

Vladimir Vladimirovich Kotenev

Unter den Linden 63-65

10117 Berlin

Dr. Andrzej Byrt

Botschaft Polen

Lassenstrasse 19-21

14193 Berlin

Botschaft Kroatien

Dr. Vesna Cvetkovic-Kurelec

Ahornstrasse 4

10787 Berlin

Botschaft Ukraine

Prof. Dr. Serhil Farenik

Albrechtstrasse 26

10117 Berlin

Botschaft Belarus

Wladimir Skworzow

Am Treptower Park 32/33

12435 Berlin

Botschaft Bulgarien

Dr. Meglena Plugtschieva

Mauerstrasse 11

10117 Berlin

Botschaft Serbien und Montenegro

Milovan Bozinovic

Taubertstrasse 18

14193 Berlin

Auswärtiges Amt

Botschafter in Kiew

Dietmar Stüdemann

11013 Berlin

Büro Bundespräsident a.D. Johannes Rau

Friedrichstr. 83

10117 Berlin

Büro Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog

Prinzregentenstraße 89

81675 München

Bundeskanzler a.D.

Helmut Schmidt

Bundeskanzleramt

Willy-Brandt Str.  1

10557 Berlin

PhDr. Petr Bílek, CSc.

Ústav pro ceskou literaturu AV ČR

Na Florenci 3/1420

110 00  Praha 1

Tschechische Republik

Jiří Gruša

Úřad vlády ČR

Nábřeží Edvarda Beneše 4,

Praha 1, PSČ 118 01

Univerzita Komenského. Filozofická fakulta

Doc. PhDr. Braňo  H o c h e l, CSc.
Gondova 2. 818 01 Bratislava

PhDr. Vladimír Just, CSc.

Katedra divadelní vědy

Filozofická fakulta

Fakulty UK

Univerzita Karlova

nám. Jana Palacha 2

116 38 Praha 1

Czech Republic

Frau Dr. B. Helbig-Mischewski

Humboldt-Universität Berlin

Philosophische Fakultät II

Institut für Slawistik

Unter den Linden 6

10099 Berlin

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.

an den ehemaligen BDI-Präsidenten

Dr. Michael Rogowski

Breite Straße 29

10178 Berlin

Ottmar Schreiner MdB

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Christian Schwägerl

60267 Frankfurt am Main

Jan Šicha

Direktor des Tschechischen Zentrums München

Prinzregentenstr. 7

80538 München

 

Dr. Jaroslav Šonka

Dr. Janského 441

252 28 Černošice

SPD-Bundestagsfraktion

Dr. Hans-Jochen Vogel

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Büro Bundespräsident a.D.

Dr. Richard von Weizsäcker

Am Kupfergraben 7

10117 Berlin

ŠKODA AUTO a.s.

Herrn Detlef Wittig

Václava Klementa 869

293 60 Mladá Boleslav

Vorsitzender des Wissenschaftsrates

Professor Dr. Karl Max Einhäupl

Brohler Straße 11

D-50968 Köln

Geschäftsführer des Wissenschaftsrates

Ministerialdirektor Wedig von Heyden

Brohler Straße 11

D-50968 Köln

Institut für Slavistik der

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Prof. Dr. Brigitte Schultze

Saarstraße 21

D-55099 Mainz 

 

Prof. Dr. Rolf Fieguth

Langues et Littératures slaves

Rte d’Englisberg 7-9

CH-1763 Granges-Pacot

Universität Bern

Institut für slavische und baltische Sprachen und Literaturen

Dr. Zuzana Stolz-Hladká

Länggasstr. 49

3000  Bern 9

Schweiz

Prof. Dr. Reinhold Grimm

Universität Jena

Institut für Romanistik

Ernst-Abbe-Platz 8

D-07743 Jena

 

die tageszeitung Verlagsgenossenschaft e.G.

Herrn Kai Schöneberg

Postfach 610229

10923 Berlin

Herrn Ludger Fertmann

Hamburger Abendblatt

Verlag: Axel Springer AG

Axel-Springer-Platz 1

20350 Hamburg

Studienstiftung des deutschen Volkes

Dr. Gerhard Teufel

Jägerstraße 22 / 23

D–10117 Berlin

An den Leiter des Cusanuswerks

Prof. Dr. Josef Wohlmuth

Baumschulallee 5

D-53115 Bonn

Prof. Dr. Miroslav Červenka

Schnirchová 4

17000 Praha

Tschechische Republik

Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte

Freie Universität Berlin

Institut für Theaterwissenschaft

Grunewaldstr. 35

12165 Berlin

Prof. Dr. Reinhard Ibler

Philipps-Universität Marburg

Fachbereich Neuere Fremdsprachen und Literaturen

Institut für Slavistik

Wilhelm-Röpke-Str. 6a

35032 Marburg-Lahn

Prof. Dr. Helmut Jachnow

Ruhr-Universität Bochum

Seminar für Slavistik

Universitätsstr. 150

44801 Bochum

Prof. Dr. Renate Lachmann

Scheffelstr. 12

78315 Radolfzell

Prof. Dr. Zdeněk und Světla Mathauser

Uršovická 81

Praha 10

Tschechische Republik

Friedrich-Naumann-Stiftung
Karl-Marx-Straße 2
14482 Potsdam

Prof. Dr. Andreas Ebbinghaus

Manteuffelstr. 104

10997 Berlin

Hochschulrektorenkonferenz

Ahrstraße 39

D-53175 Bonn

Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

in der Bundesrepublik Deutschland

Postfach 2240

53012 Bonn

 

PH Dr. Werner Korthaase

Heiligendammer Str. 15

14199  Berlin

Deutschland

Humboldt-Universität zu Berlin

Philosophische Fakultät II

Institut für Slawistik

Prof. Dr. Peter Zajac

Unter den Linden 6

10099 Berlin

Prof. Dr. Roland Marti

FR 4.4 Slavistik

Universität des Saarlandes

Gebäude 11

Postfach 15 11 50

D-66041 Saarbrücken

Henriette Stößl-Wittmann

und Prof. Dr. Wittmann

Friedrichshaller Str. 6a

14199 Berlin

Frau Bundesministerin 

Edelgard Bulmahn.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Hannoversche Straße 28-30

10115 Berlin

 

Herrn Bundesminister

Wolfgang Clement

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Scharnhorststr. 34-37

10115 Berlin

Cornelia Pieper

Vorsitzende des Bundestagsausschusses

für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Jörg Tauss

SPD-Fraktion

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Eckhardt Barthel

SPD-Fraktion

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Günter Nooke

CDU-Fraktion des

Deutschen Bundestages

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Katherina Reiche

CDU-Fraktion des

Deutschen Bundestages

Platz der Republik 1

11011 Berlin

Grietje Bettin

Fraktion der Grünen/Bündnis

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

 

Dr. Friedbert Pflüger MdB

Deutscher Bundestag

Platz der Republik 1

11011 Berlin

 

Alexander Götz

MitOst e.V.

Geschäftsstelle

Schillerstraße 57

10627 Berlin

Prof. Dr. Dagmar Burkhart

Ullmenstr. 8 B

22299 Hamburg

An den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen

Herrn Georg Milbradt

Archivstr. 1

01097 Dresden

 

An den Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Herrn Dr. Harald Ringstorff

Staatskanzlei

Schloßstr. 2-4

19053 Schwerin

 

An den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz

Herrn Kurt Beck

Staatskanzlei Rheinland-Pfalz

Postfach 38 80

55028 Mainz

An den Ministerpräsidenten des Landes Hessen

Herrn Roland Koch

Bierstadter Str. 2

65189 Wiesbaden

 

 

An den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg

Herrn Matthias Platzeck

Staatskanzlei

Heinrich-Mann-Allee 107

14473 Potsdam

 

An den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg

Herrn Günther H. Oettinger

Richard-Wagner-Straße 15

70184 Stuttgart

An den Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen

Herrn Dieter Althaus

Staatskanzlei

Regierungsstr. 73

99084 Erfurt

 

An den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

Herrn Peer Steinbrück

Stadttor

40219 Düsseldorf

An den Regierenden Bürgermeister von Berlin

Herrn Klaus Wowereit

Berliner Rathaus

10178 Berlin

 

An den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen

Herrn Christian Wulff

Planckstr. 2

30169 Hannover

 

An den Ministerpräsidenten des Saarlandes

Herrn Peter Müller

Staatskanzlei des Saarlandes

Am Ludwigsplatz 14

66117 Saarbrücken

 

An den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt

Herrn Prof. Dr. Wolfgang Böhmer

Domplatz 4

39104 Magdeburg

 

An den Präsidenten des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Dr. Henning Scherf

Postfach 10 25 20

28025 Bremen

An den Präsidenten des Senats und Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Herrn Ole von Beust

Rathaus

20095 Hamburg

An den Bayerischen Ministerpräsidenten

Dr. Edmund Stoiber

Franz-Josef-Strauß-Ring 1

80539 München

An den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein

Herrn Peter Harry Carstensen

Düsternbrooker Weg 70

24105 Kiel

Sächsisches Staatsministerium

für Wissenschaft und Kunst

Ministerin Barbara Ludwig

Postfach 100 920

01079 Dresden

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Staatsminister Steffen Flath

Postfach 100 910

01079 Dresden

Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Herrn Dr. Thomas Goppel

Salvatorstr. 2

80333 München

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Herrn Siegfried Schneider

Salvatorstr. 2

80333 München

Ministerium für Bildung und Frauen

Ministerin Ute Erdsiek-Rave

Brunswiker Straße 16 - 22

24105 Kiel

Ministerium für Wissen­schaft, Wirtschaft und Verkehr

Herrn Dietrich Austermann

Düsternbrooker Weg 94

24105 Kiel

Wissenschafts- und Gesundheitssenator

Herrn Jörg Dräger, Ph. D.

Hamburger Str. 37

22083 Hamburg

Senatorin für Bildung und Sport

Fau Alexandra Dinges-Dierig

Postfach 761048

22060 Hamburg

 

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Minister Udo Corts

Rheinstraße 23-25

65185 Wiesbaden

Kultusministerium Hessen

Kultusministerin Karin Wolff

Luisenplatz 10

65 185 Wiesbaden

Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommern

Prof. Dr. Dr. med. Hans-Robert Metelmann

Werderstraße 124

19055 Schwerin

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Minister Lutz Stratmann

Postfach 261

30002 Hannover

 

Niedersächsisches Kultusministerium

Minister Bernd Busemann

30159 Hannover

Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft

40190 Düsseldorf

Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen

Frau Ute Schäfer

Völklinger Straße 49

40221 Düsseldorf

 

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Prof. Dr. Peter Frankenberg

Königstraße 46

70173 Stuttgart

 

Kultusministerin Baden-Württemberg

Frau Dr. Annette Schavan

Postfach 10 34 42

70029 Stuttgart

An den Senator für Bildung, Jugend und Sport

Herrn Klaus Böger

Beuthstraße 6 - 8

10117 Berlin-Mitte

An den Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Herrn Dr. Thomas Flierl

Brunnenstr. 188-190

10119 Berlin

 

An den Staatssekretär für Wissenschaft

Herrn Dr. Hans-Gerhard Husung

Brunnenstr. 188-190

10119 Berlin

 

An die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Prof. Dr. Johanna Wanka

Dortustr. 36

14467 Potsdam

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Minister Holger Rupprecht

Steinstraße 104-106

14480 Potsdam

 

An den Senator für Bildung und Wissenschaft

Herrn Willi Lemke

Rembertiring 8-12

28195 Bremen

An den Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz

Turmschanzenstraße 32

39114 Magdeburg

An den Kultusminister des Landes Thüringer

Prof. Dr. rer. nat. Jens Goebel

Werner-Seelenbinder-Straße 7

99096 Erfurt

Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes

Minister Jürgen Schreier

Hohenzollernstraße 60

66117 Saarbrücken

Herrn Markus Meckel, MdB

Unter den Linden 50

10117 Berlin

 

 

 

 

 

 

Auswertung der Reaktionen auf das Memorandum über den Zustand der Slawistik in Deutschland vom Mai 2005 (Prof. Dr. Herta Schmid, Dr. Katrin Berwanger; Universität Potsdam, August 2005)

 

Ziel des Memorandums war es, eine systematische Übersicht über den kontinuierlichen Abbau der Slawistik an den deutschen Universitäten zu vermitteln und bei den politischen Entscheidungsträgern sowie bei aufgrund ihrer Position und ihres Ansehens in der bundesdeutschen Öffentlichkeit einflussreichen Persönlichkeiten Aufmerksamkeit für den momentanen Zustand und das Anliegen der Slawistik zu wecken. Die Reaktionen haben gezeigt, dass das Ausmaß der Reduktion slawistischer universitärer Einrichtungen im Zeitraum der letzten zehn Jahre viele überrascht und besorgt gemacht hat.

 

Briefliche Reaktionen kamen von der Bundesregierung und ihrem Wissenschaftsministerium, der Fraktion der SPD, neun Staatskanzleien der Länder bzw. Länderministerien für Wissenschaft, Kultur, Bildung oder auch Kunst, dem Wissenschaftsrat, dem Bundespräsidialamt, dem Büro des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker (telefonische Reaktion) sowie dem Büro des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt, aus Stiftungen wie Friedrich Naumann Stiftung, Adalbert Stifter Verein, Robert Bosch Stiftung, vom Büro der Koordinatorin für die deutsch-polnische grenznahe und zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit Prof. Dr. Gesine Schwan, von Jan Noack, dem Vorsitzenden des Präsidiums der Domowina – Bund Lausitzer Sorben e. V., vom Fachverband Moderne Fremdsprachen. Geantwortet haben auch Eva Kantůrková, Vorsitzende des Tschechischen Schriftstellerverbands, sowie der tschechische Kulturminister Pavel Dostál. Die polnische Redaktion von Radio Multi-Kulti am RBB hat mit den beiden Verfasserinnen des Memorandums ein Interview ausgestrahlt (Sendung vom 13.07.05). Allen und insbesondere denen, die uns ausführlich geantwortet haben, möchten wir an dieser Stelle unseren herzlichen Dank aussprechen.

 

Der Dank gilt auch der Tatsache, dass sich aus den Antwortschreiben ein wissen­schaftspolitischer Rahmen ergibt, in den die Vorgänge in der Slawistik eingeordnet werden können. Dieser Rahmen enthält zwei Hauptaspekte, die zum einen die aktuelle Handlungssituation in der Wissenschaftspolitik und zum andern Möglichkeiten weiteren Einwirkens von Seiten der Slawisten und ihrer Verbände auf die Zukunft des Faches Slawistik betreffen. Beide Aspekte seien resümiert:

 

I. Die aktuelle Handlungssituation in der Wissenschaftspolitik steht unter der Bedingung einer bundesweiten Umstrukturierung der Hochschulen. Diese umfasst neben der Einführung der neuen Studiengänge des Bachelor- und Masterstudiums und der Modularisierung auch Vorgänge der sog. profilschaffenden Schwerpunktbildung bei bestimmten Fächern. Die Profilierung dient dem Wettbewerb der Hochschulen untereinander und wird als Maßnahme sowohl der Förderung wissenschaftlicher Qualität in Forschung und Lehre als auch der Einsparung gesehen, insofern „Schwerpunkte“ auch ,Schwach- oder Nullstellen‘ bei anderen Fächern implizieren.

 

Der Wissenschaftsrat unterrichtet uns darüber, dass von Reduzierung bzw. Wegfall der Fächer besonders (wenn auch nicht ausschließlich) die Geisteswissenschaften und die sog. „kleineren Fächer“ betroffen sind (Schreiben vom 27.05.05 des Generalsekretärs von Heyden). Mit dem Ziel des Erhalts der Fächervielfalt an den Universitäten unter spezieller Berücksichtigung der Geisteswissenschaften hat er eine Arbeitsgruppe zu Potential, Perspektiven, Förderung und institutioneller Entwicklung der Geisteswissenschaften ins Leben gerufen und an sie unser Memorandum zwecks Einbeziehung in die Beratungen weitergereicht. Aus dem Bundesmini­sterium für Bildung und Forschung (Schreiben vom 18.05.05 von Dr. Dietrich Gentsch) erfahren wir, dass außer im Wissenschaftsrat auch auf parlamentarischer Ebene die Gefahren für die „kleinen Fächer“ durch die Umstrukturierungsprozesse thematisiert und Lösungen für die Sicherung des Fortbestands dieser Fächer – und damit auch der Slawistik – gesucht werden sollen. Im Schreiben wird auf warnende Stimmen aus der Expertenanhörung vor dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung im Deutschen Bundestag  (11.05.05) zur Situation der sog. kleinen Fächer hingewiesen. Es seien sowohl von den Universitätsleitungen als auch von der Landespolitik hochschul- oder gar länderübergreifende Initiativen zur Verhinderung des Verschwindens dieser Fächer von der Wissenschaftslandkarte nötig. Von Seiten der Fraktion der SPD im Deutschen Bundestag (Schreiben vom 22.06.05 von Jörg Tauss) verlautet, dass die Slawistik für die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration Mittel- und Osteuropas als besonders bedeutsam gilt. Es wird auf das neuerliche Förderprogramm „Geisteswissenschaften im Dialog“ der

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